23 | 02 | 2012
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Der Tinkesstein

Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt Landskron und ihre umliegenden Dörfer viel von den Schweden zu erleiden. Einmal wollte ein Heer- und Bandenführer "Tinkes" genannt, die Stadt Landskron überfallen, ausrauben und plündern.
Zur Ausführung dieses Planes setzte er sich mit dem Amtmann der Stadt ins Envernehmen, versprach ihm Schonung seines Eigentums und einen hohen Judaslohn. Der Amtmann ging auf den Vorschlag ein. Des sicheren Ausganges halber wurde die Schlucht, von woher der Überfall erfolgen sollte, sowie Tag und Stunde vereinbart. Doch bald reute den Amtmann sein Versprachen und er verriet der Bürgerschaft den bervorstehenden Überfall. Genügend vorbereitet, besetzte nun das städtische Heer die bewaldeten Böschungen des Grabens, ließ die Schweden herankommen, griff die Ahnungslosen im richtigen Augenblick an, besiegte sie und trieb sie zurück. Zum Andenken an den glücklichen Ausgang setzten die Rudelsdorfer in diesen Graben einen Gedenkstein, nannten ihn "Tinkesstein" und den Graben, bzw. die Waldschlucht "Tinkesgraben"

Hart an der Ortsstraße, im Garten der Familie Langer (Haus-Nummer 24) in Rudelsdorf-Oberort, steht ein beiläufig drei Meter hohes, obeliskartiges Sandsteinmonument, gedeckt von einer vierzackigen Krone mit auf den Krieg Bezug habenden eingemeißelten Heiligenbildern, in deren Mitte eine Steinkugel (Weltkugel) mit einem Kreuzchen ruht. Das Monument verfällt schon langsam dem Zahn der Zeit. Von der am Sockel eingemeißelten Inschrift ist noch zu entziffern:

"Diese Kapelle wurde gemacht zu Lob und Ehr Maria 1696."

Artikel aus der Schönhengster-Heimat (Ausgabe März 1969) - verfaßt von der Heimatbriefschreiber für den Kreis Landskron: Frl. Traudl Hübl.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Schönhengster Heimat - Hr. Rudolf Frodl -