Blosdorf - Ein kleiner Überblick
Aus Blosdorf stammt ein großer Teil unserer Familie.
Blosdorf (jetzt Mladejov na Morave) liegt im Gebiet des Schönhengstgau in Mähren (jetzt Tschechische Republik).
Die nachstehenden Häuser stehen mittlerweile unter Denkmalschutz.Sie finden unter den Bildern den Namen des letzten Besitzers.

letzter Besitzer: Franz Fischer

letzter Besitzer: Robert Kößler

letzter Besitzer: Stefan Fritscher
Das Bergwerk
Etwa im Jahre 1860/62 wurde in Blosdorf Stein- und Kreidekohle gewonnen.
Anfangs wurde diese nur kübelweise an die Einwohner von Blosdorf verkauft.
So gegen 1880 wurde damit begonnen, die Kohle unter Tag abzubauen. Der damalige Besitzer
Jakob Hanisch stellte auch mehrere Bergleute ein und die Kohle wurde
um 40 Kreuzer an die Bevölkerung verkauft.
In weiterer Folge fand man auch Kaolin - ein für Töpfer wertvoller Rohstoff.
Da unter der Kohle eine starke Schicht Tonschiefer lagerte, wurden unter Gerhard Mauwe
(damaliger Besitzer) Öfen aufgestellt um den Ton zu brennen.
Zwischen 1898 und 1899 wurden 2 Öfen errichtet. Im Jahre 1904 noch drei weitere.
In den Jahren 1901 - 1902 wurde vom Rochusstollen des Berkwerkes eine Materialseilbahn
in die Nähe der Bahngleise errichtet. Sie führte vom Rochusstollen durch den Wald über die Dächer
von Blosdorf. 1918 wurde die Seilbahn aufgelassen.
1913 wurde die Fürst Liechtenstein´sche Kohlen- und Tonwerke Gmbh gegründet unter der
der Berkwerksbetrieb enorme Fortschritte machte.
So wurde 1916 mit dem Bau einer Schmalspurbahn begonnen,
um die Betriebe in Neudorf (ebenfalls im Besitz des Fürst Liechtenstein) und Blosdorf zu verbinden.
Diese 11 km lange Industriebahn (Spurbreite 60cm) ist Eisenbahnfreunden in ganz Europa ein Begriff.
Erst 1990 wurde der planmäßige Betrieb der Bahn eingestellt.
1991 erfolgte die komplette Stillegung der Industrieanlangen in Blosdorf.
Heute befindet sich in Blosdorf ein Eisenbahnmuseeum (http://www.mladejov.cz)
in dem die Züge der Schmalspurbahn bewundert werden können.
Jeden Sommer sind diese Züge auch wieder nach Neudorf unterwegs.

Das Kriegerdenkmal
steht bei der Blosdorfer Kirche und war Anfang des Jahres 2003 umgefallen.
Bereits im Sommer wurde es wieder aufgestellt.
Umsomehr freut es uns,hier ein Bild des aufgestellten Denkmals zeigen zu können.
Auch unser Ugroßvater Heinrich Hickl findet sich als gebürtiger Blosdorfer darauf.
Die Kirche
Als im Jahre 1715 in Blosdorf die Pest wütete, schwor die Gemeinde eine der Hl. Dreifaltigkeit geweihte Kapelle aus Stein zu bauen. Diese wurde um 1720 fertiggestellt. Da der Innenraum der Kapelle nicht alle Andächtigen fassen konnte, wurde noch ein hölzener Zubau errichtet.
Im Jahre 1833 (andere Quellen sagen um 1827) wurde an der Nordseite der Kapelle eine Sakristei errichtet, um für den Priester einen Ankleideraum zu schaffen. Um 1850 wurde der hölzerne Zubau weggerissen, und durch einen aus Stein ersetzt.
Dieser war breiter als sie bestehende Kapelle, hatte an den Längsseiten 2 Fenster und einen Chor.
Auf dem Chor war eine kleine Orgel ohne Pedal aufgestellt. Auf dem Dach der Kirche wurde ein Dachreiter (ein kleiner hölzener Turm) für die 2 Kirchenglocken errichtet. In diesem Jahr wurde auch die Kanzel errichtet.
1855 wurde noch ein 2m langes und 2m breites hölzernes Vorhaus errichtet. Als 1909 die Kirche nochmals erweitert wurde, musste auch dieses wieder abgerissen werden.
Um 1909 wurde Blosdorf eine eigenständige Pfarre. Der erste Priester war Josef Peterek. (bis 1940)
Zwischen 1941 und 1946 war Anton Jandl Pfarrer in Blosdorf.
Unsere Familie
Ein Teil unserer Familie lebte zumindest für ungefähr 150 Jahre bis zur Vertreibung 1946 in Blosdorf.
Unsere Vorfahren zogen aus den Ortschaften NEUDORF und KUNZENDORF nach Blosdorf.
In Blosdorf lebten unsere UR UR Großeltern FRANZ Hickl und VIKTORIA geb. Ulreich. Unser Urgroßvater Heinrich Hickl wurde in Blosdorf geboren . Im Jahre 1909 heiratete er in Probstdorf in Niederösterreich unser Urgroßmutter Antonia Hübl.
1913 wurde dann unser Großvater Franz Hickl in Probstdorf geboren. Seine Mutter war ebenfalls aus Mähren - aus Thomigsdorf.
Wir wissen, daß unser Großvater den WEHRDIENST in der Tschechischen Armee leisten mußte (seine Eltern waren ja nach dem Zerfall der Monarchie Tschechische Staatsbürger)
Daher hatte er auch Heimatrecht in der Gemeinde Blosdorf.
Aus dieser Zeit ist uns sein Heimatschein erhalten geblieben.
Heinrich Hickl
Unser Urgroßvater Heinrich HICKL wurde am 05.05.1879 in Blosdorf als Sohn von Franz
und Viktoria (geb. Ulreich) Hickl geboren.
Er heiratete im Jahre 1909 in Niederösterreich Antonia Hübl.
Gestorben ist er am 21.08.1917 als Angehöriger des L.I.R. No 13 in Wien
für "Gott, Kaiser und Vaterland"
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