Beneš bleibt auf dem Sockel

Utl.: Jiří Grušas Bemühungen werden kaum Erfolg haben
Jirí Grušas Bemühungen in Ehren, aber es wird ihm mit seiner Biographie über Edvard Beneš ganz sicher nicht gelingen, diesen vom Sockel zu stoßen. Weder in realiter von dessen vor dem Prager Außenministerium plazierten Denkmal, noch – im übertragenen Sinne – in der tschechischen Gesellschaft.
Denn das Festhalten an Beneš und den Ergebnissen seines „Wirkens“ ist für die Existenz der heutigen Tschechischen Republik unabdingbare Voraussetzung, ist schlichtweg Staatsräson. Hätte es dafür noch eines Beweises bedurft, dann wurde er spätestens mit der von den Tschechen durchgedrückten Forderung nach Befreiung von der EU-Grundrechtscharta geliefert.
Eine Abkehr von Beneš und den auch ihm benannten berüchtigten Dekreten hieße ja, dass die Tschechen für die Entrechtung, Enteignung, Verpflichtung zur Zwangsarbeit (ab dem 14. Lebensjahr) und Vertreibung von über drei Millionen Sudetendeutschen, bei der etwa 241.000 Menschen zu Tode kamen, Verantwortung übernähmen und, soweit noch möglich, ideelle wie materielle Wiedergutmachung leisteten.
Das lehnen aber nicht nur die allermeisten Tschechen kategorisch ab, sondern erst recht, unabhängig von der politischen Richtung, die jeweils in Prag Regierenden. Letztere betonen zudem bei jeder sich bietenden Gelegenheit, allen voran der amtierende Staatspräsident Václav Klaus, dass sie sich lieber mit der Zukunft als der Vergangenheit beschäftigen. Bei dieser Art von Vergangenheit ein nur allzu verständlicher Wunsch.
Dr. Walter Kreul
Sudetendeutscher Pressedienst (SdP)
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