Sie finden hier einen kleinen Überblick über das sog. Sudetenland, aus dem unsere Familie stammt.
Für einen detaillierteren Überblick besuchen Sie bitte die Seite der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich
Der Begriff "Sudetendeutsche" tauchte um 1900 erstmalig auf und bezeichnete die DEUTSCH sprechenden Einwohner der Böhmischen Kronländer.
Das "Sudetenland" war eher ein Randgebiet rund um Böhmen, Mähren und Schlesien.
Mehr als 800 Jahre lebten Deutsche und Tschechen friedlich neben- und miteinander, auch wenn es zu Auseinandersetzungen,
wie den Hussitenkriegen im XV. Jahrhundert kam,
die mehr sozialen und religiösen Ursprung hatten.
Am Ende des 1. Weltkrieges zerfiel Österreich-Ungarn. Die Kronländer Böhmen, Mähren und Österreichisch-Schlesien waren ein Teil Österreich-Ungarns.
In ihnen lebten seit Jahrhunderten mehrere Völker Deutsche, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Polen, Kroaten und Ruthenen.
Im Jänner 1918 verkündete der amerikanische Präsident Woodrow Wilson seine 14 Punkte, die auch das Selbstbestimmungsrecht der Völker als zwingenden
Grundsatz für die Lösung aller Gebietsfragen vorsahen .
1918 wollten die Tschechen ihren eigenen Staat.
Die Deutschen Böhmens, Mährens und Österreich-Schlesiens verstanden und akzeptierten dies,
aber sie nahmen auch für sich das von den alliierten Siegermächten verkündete Selbstbestimmungsrecht in Anspruch :
So wie die Tschechen ihren eigenen Staat haben sollten,
so wollten sie als Deutschsprechende Bestandteil der neuen Republik Deutsch-Österreich sein.
Die Tschechen aber wollten mehr als nur einen Staat für sich:
Sie wollten auch das deutsche Gebiet Böhmens, Mährens und Österreich-Schlesiens besitzen.
Und so begannen sie im Dezember 1918 mit dem militärischen Einmarsch ins Sudetenland
Als die Sudetendeutschen am 4. März 1919 in friedlichen Kundgebungen für ihr Selbstbestimmungsrecht und gegen die
zwangsweise Einverleibung in den neuen tschechoslowakischen Staat demonstrierten, schoß tschechisches Miltär auf sie.
54 Tote (auch Kinder) und hunderte Verwundete wurden auf diese Weise die ersten Blutzeugen des Ringens der
Sudetendeutschen um ihr Selbstbestimmungsrecht und ihren Verbleib in Österreich.
Insgesamt verloren 117 Sudetendeutsche durch die gewaltsame Besetzung ihr Leben.
Doch das Weltgewissen blieb stumm und das Diktat von Saint Germain (10. September 1919) sanktionierte das Unrecht der
Einverleibung sudetendeutscher Gebiete in die Tschechoslowakei .
Die tschechoslowakische Staatsführung begann alsbald eine Entnationalisierungspolitik gegenüber den Sudetendeutschen,
die sich insbesondere in einer systematischen Zurücksetzung der deutschen Sprache und Kultur, Verdrängung der Deutschen aus dem
öffentlichen Dienst und der deutschen Selbstverwaltung in Gemeinden und Bezirken widerspiegelte.
Praktisch die gesamte Wirtschaftspolitik sowie die Förderung der Kultureinrichtungen und von Studenten stand ganz im Dienste der Idee, den Staat "zu säubern"
Diese sog. "Sudetenkrise" führte auf deren Höhepunkt dazu, dass England und Frankreich 1938 von der Tschechoslowakei die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete
an das Deutsche Reich forderten. Dieser Vorschlag wurde von der Tschechoslowakei am 21.09.1938 angenommen. (Münchner Abkommen 29.09.1938)
Am 1. September 1939 griff das Deutsche Reich - mit Rückendeckung der Sowjetunion durch den Hitler-Stalin-Pakt - die Republik Polen an und begann damit den Zweiten Weltkrieg
Am Ende des Krieges stand die Niederlage Deutschlands.
Im Mai 1945 hatten nach der Kapitulation vor allem im Sudetenland die sogenannten "wilden Austreibungen" begonnen.
Oft nur zehn Minuten Zeit erhielten beispielsweise die Deutschen in der mährischen Stadt Brünn am Abend des 30. Mai 1945, um zu packen und ihre Häuser zu verlassen.
Bewacht und angetrieben von tschechischen Revolutionsgardisten unter Beschimpfungen und Misshandlungen mußten die mehr als 50.000 Menschen
zur tschechisch-österreichischen Grenze marschieren.
Der Elendszug der mit Koffern und Taschen bepackten Menschen dauerte zwei Tage;
Da sie nicht nach Österreich hineingelassen wurden, endete er in Lagern an der Grenze, in denen sie wochen- und monatelang dahinvegetierten .
Ähnliche Vorgänge ereigneten sich überall, Sie forderten Tausende von Todesopfern.
Vergleichbare Vertreibungsaktionen folgten in den ostdeutschen Gebieten.
So war, als im Juli 1945 in Potsdam die Konferenz der "großen Drei" - der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten und Großbritanniens begann,
die Flucht ohne Wiederkehr, die Vertreibung und Deportation der ostdeutschen Bevölkerung schon in vollem Gange.
Auszüge aus der Homepage der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ)
mit freundlicher Genehmigung veröffentlicht.
Sie finden den kompletten Text über die Geschichte des Sudetenlandes unter
http://www.sudeten.at
Wir danken der Sudentendeutschen Landmannschaft für die Erlaubnis auf
Text- und Bildmaterial zurückgreifen zu können.



Das Sudetenland


